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Andrea,
31 März 2008
Germany
, Mannheim
Herzensangelegenheiten in Farbe
Liebe Leserschaft,
nach so langer Schreib-Abstinenz bin ich euch allen eine dicke Entschuldigung schuldig, ebenso wie ein paar Gründe wieso ich so lange auf mich warten lassen habe... Also erst einmal: es tut mir ganz fürchterlich leid!!! Wirklich und ganz ehrlich...
Ich bin jetzt seit knapp 4 Wochen wieder in Deutschland... Die letzten Wochen und Tage in Finnland waren geprägt von viel viel Stress und Aufruhr, und das nicht nur studientechnisch. Klaro, es warteten tausende herzlose Deadlines für Hausarbeiten und Zusammenfassungen, und dann gabs ja auch noch ne Klausur... habe viel Zeit an der Hanken verbracht und auch so manche Nacht durchgearbeitet, aber im Endeffekt hat es sich doch gelohnt. Die Noten können sich ganz gut sehen lassen, und ich habe (endlich einmal) das Gefühl, wirklich was gelernt zu haben. Also etwas für's Leben, was man nicht nur in der Klausur sondern auch später einmal anwenden kann
Und, was mich herzlichst gefreut hat: ich glaube "mein Steckenpferd" gefunden zu haben. Supply Chain Management ist ein sehr interessantes und vielseitiges Themengebiet, und ich kann mir durchaus vorstellen mehr Zeit damit zu verbringen, z.B. für Seminar- und Diplomarbeit oder ein Praktikum! Ersteres hängt davon ab, ob die Uni Mannheim zum Herbst einen neuen Logistik-Prof bekommt, letzteres von den Unternehmen im In- und Ausland.
Welch galante Überleitung zum nächsten Thema...
Ich würde im Sommer am liebsten wieder nach Finnland gehen und dort ein Praktikum machen. Natürlich lockt das liebe Geld (Praktikanten werden dort viel besser bezahlt als in Deutschland), aber auch mein Herz ruft mich wieder "gen Norden"... Ich kann es gar nicht anders sagen: dieses Land und die Leute habe ich einfach in mein Herz geschlossen. Und umgekehrt scheint es auch so zu sein
Ich habe so viele Freunde dort gefunden, vor allem in Vasa, und ich vermisse sie ganz fürchterlich! Es gibt dort echt so unglaublich viele herzensgute Leute (ja, sogar unter BWL-Studierenden!) die wirklich Interesse gezeigt und Anteil genommen haben an meinem Leben. Ich habe mich dort jeden Augenblick angenommen und dazugehörig gefühlt, und ich denke dass ich es kaum besser hätte haben können im Ausland! Und dann habe ich ja noch mein Herz verloren, ganz unverhofft und ungeplant, so dass es mich gerade umso mehr in die Ferne zieht 
Aber erstmal bin ich jetzt wieder in Mannheim. In einer tollen, großen Wohnung, mit einer tollen kleinen Mitbewohnerin *ggg* Ich bin gerade fleißig dabei alle Möbel von Düren nach Mannheim zu organisieren oder hier neu zu kaufen. Meine anderen Sachen sind schon alle hier, und ich habe am Wochenende schonmal angefangen es mir schön zu machen: Wand streichen (Bambusgelb) und Schreibtisch und einen anderen Tisch lackieren (Red Velvet, darf man sich als dunkles Himbeer-Lila vorstellen). Jetzt ist es nicht mehr ganz so weiß, und mein Muskelkater reicht als Bestätigung dfür wie fleißig ich war 
Das Einleben in Mannheim ist noch nicht ganz so einfach. Ich bin sehr desorientiert, verwirrt und verplant. Ein Hauptgrund ist sicherlich, dass ich mich erst wieder auf das neue/alte Tempo in Mannheim einstellen muss, welches doch deutlich straffer ist als in Finnland. Ja, trotz allem... diesen Leistungsdruck gab es dort nicht. Er ist nicht unbedingt schlecht, macht mich eigentlich sogar produktiver, aber angenehm sieht halt doch anders aus, und so sträube ich mich innerlich noch gegen vieles. Böse böse, da muss ich wohl noch an mir arbeiten und endlich mal wieder in Schwung kommen
Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich nicht gerne wieder hier wäre... Mannheim it schön hell und warm und hier gibts Blumen und der Wasserturm sieht ganz toll aus und die Uni strahlt in ihrem Schlösschen... Und ich kann so viele liebe Leute wieder sehen, die ich so arg dolle vermisst habe die letzten 7 Monate! Dieses tue ich auch intensivst. Nicht unbedingt förderlich für die Uni, aber für's Wohlbefinden umso mehr 
Was gibt es sonst noch zu berichten? Die Osterferien waren sehr ruhig. Ich habe die kompletten 2 Wochen zuhause verbracht und eigentlich ganz gut genutzt um ein paar Gedanken zu ordnen und einmal kräftig Luft zu schnappen bevor es in den Alltag geht. Arg viel Zeit als Familie hatten wir leider nicht, da mein Vater nach einem recht deftigen Herzinfarkt wieder in Reha ist (jetzt noch eine Woche) und somit die ganze Zeit weg war. Mein Bruder ist wegen der Bundeswehr auch nur am Wochenende da, die Karin lernt fleißig fürs Abi und Eva hat intensive Freundeskreis-Pflege betrieben
Aber unterm Strich hatten wir/ hatte ich eine super Zeit, auch wenn sie nur aus Kaffeetrinken und Zeitungslesen bestand (ooooh, wie habe ich das vermisst!). Jetzt kann mich der Alltag wiederhaben! Ob er mich noch will??? 
Ein dickes Dankeschön an euch alle, die ihr immer so lieb Kommentare geschrieben haben oder EMails, oder Grüße ausgerichtet haben... es hat mich sehr gefreut soviel von euch zu hören! Danke für alle ausgesprochenen und leise gedachten lieben Worte von euch
Sie haben mit dazu beigetragen, dass ich eine Zeit hatte, wie sie besser gar nicht hätte sein können 
Jetzt habe ich euch wieder arg viel auf einmal zugemutet - aber ich hoffe ihr verübelt es mir nicht
Ich muss mich jetzt fertig machen für eine Vorlesung - wie sinnbildlich!!!
<3(Herz)-liche Grüße,
Andrea
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